Jeder kennt diese Vorurteile, sei es in der Schule in der Gemeinschaft oder sogar im Beruf. Sie sind meist auf die Herkunft derjenigen Person zurückzuführen. Obwohl diese nicht auf diesem Schüler, Freund oder Kollegen zutreffen, wird er doch mit diesen konfrontiert. Daher hat sich die Frage gestellt, woher diese Klischees herkommen. Es gibt zu jedem Land Vorurteile und jedes Land macht sich über andere Länder genauso Vorurteile. Dieser Text beschäftigt sich mit Klischees und Vorurteilen, die unseren östlichen Nachbarn Polen betreffen.

„Ein Bestandteil des Alltags ist DIEBSTAHL!“  

Es ist klar, dass in Großstädten, wie auch in Warschau, eine hohe Kriminalitätsrate besteht. Doch auch in vielen anderen großen Städten ist dies ein Problem. Doch woher kommt dann dieser Stereotyp? 

Seinen Ursprung hat er aus dem 20.Jahrhundert. Zu dieser Zeit war Polen kommunistisch und die Bevölkerung somit arm. Zu Hause galt es eine Familie durchzubringen. Um dies zu meistern, musste man oftmals für Dinge des täglichen Bedarfs stehlen, sei es Schmuck, Autos oder irgendetwas, was die Familie über Wasser hält. Daher lastete man den in den östlichen Staaten Europas lebenden Menschen oft dieses Vorurteil an.

Heutzutage hat sich die Lage vielerorts verbessert – und falls irgendetwas geklaut wird, könnte es genauso gut auch ein Deutscher oder ein Franzose sein, denn Diebe gibt es letztendlich ÜBERALL!

„Polen trinken zu viel WODKA!“

Wodka war durch die russischen Einflüsse in der Nachkriegszeit in der Tat ein sehr beliebtes Getränk. Doch heute wird er überwiegend zur Genesung von Krankheiten benutzt, so sagt man jederfalls.

Jedoch mit dem Verschwinden des Wodkas gewinnt ein vor allem bei der jüngeren Gesellschaft überaus beliebtes anderes Getränk an Beliebtheit. Die Rede ist von Bier. Dieses aus Hopfen gewonnene Getränk scheint den Polen richtig zu schmecken, da sie es in den verschiedensten Formen, auch mit Kräutermischungen kreieren. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist inzwischen höher als in Deutschland.

Aber es ist nicht nur das Bier, sondern auch vieles andere gibt es in polnischen Bars zu trinken.

„Polen BESCHWEREN sich nur!“

Diese Tatsache ist gültig im Falle des älteren Teils der polnischen Gesellschaft, weil ältere Polen lange Zeit in einem kommunistischen Land lebten. Im kommunistischen Zeitalter litten fast alle unter dem ständigen Mangel an Haupt- und Grundnahrungsmitteln (wie Fleisch, Zucker) aber auch an Alltagsgegenständen wie Rasierklingen oder Toilettenpapier).

„Unter solchen Bedingungen konnten auch „Heilige“ die Geduld verlieren“, so soll man in Polen gesagt haben.

Viele Leute glauben nicht an eine Verbesserung ihrer Lage, deswegen beschweren sie sich. Auf der anderen Seite können Polen sich über sich selbst lustig machen und über sich lachen. Deswegen sind berühmt für ausgezeichnete Komödien und Kabaretts.

Die ersten Jahre der Marktwirtschaft nach dem Zusammenbruch des Ostblicks brachten schnelle Veränderungen und Unbeständigkeit, die eine ganz neue Herausforderung für die Mehrheit der Polen waren. Viele waren enttäuscht von der neuen Wirklichkeit und sie beschwerten sich immer noch, viele noch mehr! 

„Alle Polen sind NUR Katholiken!“

Laut einer Statistik aus dem Jahr 2011 sind etwa 90% der Polen katholisch, weswegen in Schulen fast ausschließlich katholischer Religionsunterricht erteilt wird. Wie viele davon tatsächlich gläubig sind, ist nicht zu sagen. Papst Johannes Paul der II. war zwar sehr beliebt im Volk, doch seit seinem Tod (2005) geht auch in Polen die Zahl der Kirchgänger zurück und die Zahl der Kirchenaustritte nimmt zu..

„Die können nur ihre EIGENE Sprache!“

Im Gegensatz zu diesem gängigen Vorurteil lernen polnische Kinder heutzutage in der Schule Deutsch, Englisch und/oder Russisch. Da Polnisch nur in Polen gesprochen wird, sind sie oftmals gezwungen, dass sie andere Sprachen lernen, um international mithalten zu können. Viele Polen arbeiten nämlich in Irland, England und Deutschland und versuchen deswegen, diese Sprache zu lernen. Dass sie einen starken Akzent haben, lässt sich hierbei natürlich selten vermeiden. Schließlich gehört Polnisch zu den Slawischen Sprachen und die Wörter werden ganz anders ausgesprochen, als beispielsweise deutsche Wörter.

Übrigens: angeblich soll Polnisch zu einer der schwersten Sprachen der Welt gehören, da es mehr Ausnahme- als Regelfälle in der Grammatik gibt. Kein Wunder, dass sich kaum einer traut, diese Sprache zu lernen.

„In Polen ist alles günstig bei niedrigen Preisen!“

Es ist wahr, dass Zigaretten, Lebensmittel und manch andere Dinge in Polen günstiger sind. Doch in Bereichen, wie Technikhandel oder Kleidung ähneln die Preise denen in Deutschland sehr.

„Klischees sagen uns nicht viel über die, die sie betreffen, viel mehr jedoch über diejenigen, die sie geschaffen haben“ – ~Andrzej Garlicki~