Mit einer Gesamtfläche von 314.973 ha decken die Polnischen Nationalparks ca. 1/3 der Fläche der deutschen Nationalparks ab. Zwar ist das nur knapp 1% der Staatsfläche Polens, dafür sind einige besonders sehenswert. Drei der 23 Nationalparks werden im Folgenden näher betrachtet.

Der Białowieża-Nationalpark gilt als letzter Urwald Europas. Das Weltnaturerbe und Biosphärenreservat ist auf polnischer Seite beinahe so groß wie der bayerische Wald. Der komplette Urwald erstreckt sich über Polen und Weißrussland und umfasst eine Größe von 150.000 ha. Das Wahrzeichen des Nationalparks sind die dort beheimateten Wisente, die bis 1918 ausgerottet wurden und deren Bestand nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Derzeit ist es um den Wald allerdings nicht gut bestellt. Aufgrund eines angeblichen Borkenkäferbefalls werden dort trotz eines Abholzungsstopps ganze Waldkomplexe dem Erdboden gleich gemacht. Umweltaktivisten jedoch wissen, dass der Borkenkäfer zu diesem Ökosystem dazugehört. Da es sich, wie bereits erwähnt, um den letzten Urwald Europas handelt, wurden auch die Medien auf diesen Missstand aufmerksam, was hoffentlich zu einem Ende der Abholzung führt.

Der Karkonoski Perk Narodowy (dt. Riesengebirge) ist Teil eines Gebirges, das hauptsächlich in Tschechien liegt. Die Fläche des Nationalparks beträgt 5600 ha. Legenden zufolge lebt dort der sagenumwobene Berggeist Rübezahl. Er ist für das Klima des Riesengebirges verantwortlich und zeigt sich den Menschen in verschiedensten Gestalten. Wohingegen die Hügel in Tschechien weniger schroff und steil sind, ähneln sie auf polnischer Seite eher einem Hochgebirge. Vor allem im Winter wird das Riesengebirge zum Skifahren und für andere Wintersportarten genutzt. Der höchste Berg, die Schneekoppe, ist immerhin 1603 m hoch. 

Um die ganze Vielfalt der Natur Polens zu zeigen, dient der slowinzische Nationalpark als letztes Beispiel. An der Ostküste liegend, sind 60% der 18.000 ha großen Fläche mit Wasser bedeckt.

Besonderheiten des Nationalparks sind Wanderdünen, die sich bis zu 10m pro Jahr fortbewegen. Für Vogelbeobachter ist das Gebiet wegen den 260 verschiedenen Vogelarten besonders attraktiv.