Polen war der einzige europäische Staat, der vom ersten bis zum letzten Tag des 2. Weltkrieges gekämpft hat. Das polnische Heer musste oft Niederlagen hinnehmen, kapitulierte jedoch niemals. Der Konflikt begann mit dem Überfall auf Polen im Jahre 1939 durch die deutsche Wehrmacht am 1.September. Am 17.September griff die Sowjetunion ebenfalls Polen an. Im Juni 1941 marschierte Deutschland (3.Reich) in die Sowjetunion ein, was ein Auslöser war für den Anschluss der Sowjetunion an die Anti-Hitler-Koalition. Am 8.Mai 1945 endete die deutsche Schreckensherrschaft mit der Kapitulation der Wehrmacht. 

Das polnische Militär und seine Ausstattung

Die Ausstattung der polnischen Streitkräfte hinkte nach dem 1. Weltkrieg weiter den mit neuer Technologie Armeen wie Deutschland, England oder Frankreich nach. Erst 1937 wurde ein Modernisierungsprogramm gestartet, das aber, als der Krieg im September 1939 ausbrach, noch immer nicht abgeschlossen war. Somit traf der „Erste Weltkrieg“ (die polnische Armee) auf den „Zweiten Weltkrieg“ (Deutschland). Aber trotz der fehlenden, modernen Ausrüstung und der schlechten strategischen Planungen kämpfte die polnische Armee sich durch den Krieg.

Im Jahr 1939, als in Europa die Möglichkeit eines Krieges aufzog, befahl die polnische Regierung eine Teilmobilisierung im März und August und schließlich am 30. August 1939 die allgemeine Mobilmachung. An der westlichen Grenze wurden sieben Armeen und operative Reservegruppen postiert, die aus mehr als der Hälfte der Infanterie-Divisionen und fast drei Viertel der Kavallerie-Brigaden bestand. Der Rest der Streitkräfte war in der Formierung begriffen und sollte als Verstärkungen oder operative Reserven verwendet werden. 

 

Deutsche Besatzungsherrschaft über Polen

Am 8. Oktober 1939 teilten das Deutsches Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie unter sich auf. Die bis zu dieser Linie eroberten Gebiete Ost- und Südpolens wurden deutsches Generalgouverment, die in Versailles 1919 aberkannten ehemaligen deutschen Ostgebiete und große Teile Mittelpolens wurden im Sinne der von Hitler angestrebten „Arrondierung“ annektiert. Damit war die sowjetische Seite einverstanden. 

Mit der Abschaffung aller bestehenden polnischen Verwaltungsbehörden, Bezirksregierungen, politischen Organisationen und der Errichtung neuer Verwaltungsbezirke, für die Hitler dem OKH unterstellte Verwaltungschefs ernannte, löste das Besatzungsregime den Nationalstaat Polen komplett auf. Dabei überließ es die Exekutive im Generalgouvernement formal der Heeresführung. Faktisch aber war der Chef des Generalstabs fast nur mit der Operationsführung beschäftigt, während die Verwaltung von Berlin aus, großenteils mit einfachen Verordnungen, gelenkt wurde.

Die deutsche Besatzungspolitik zielte auf möglichst rasche „Germanisierung“. Etwa 200.000 Juden flohen vor den Deutschen in das sowjetisch besetzte Ostpolen, was deren Zahl dort von 1,2 auf 1,4 Millionen erhöhte. Bis Ende 1939 wurden etwa 90.000 Juden und Polen aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement vertrieben, bis 1945 insgesamt 900.000. Die übrigen Juden wurden im Zuge des Holocaust ermordet. An ihrer Stelle wurden insgesamt etwa 400.000 Reichsdeutsche aus dem „Altreich“ und 600.000 Volksdeutsche aus ganz Osteuropa im besetzten Polen angesiedelt. Diese Gewaltmaßnahmen waren wiederum vielerorts von willkürlichen Massenerschießungen begleitet. 

 

Der Holocaust

Gemäß der Grundsätze und der Praxis der Deutschen waren die polnischen Juden von Kriegsbeginn an Ziel und Objekt von brutalem Terror, von Vertreibungen, Raub und Ausgrenzung. Die Konzentration von Juden, die zuvor ihrer Freiheit beraubt worden waren, in streng isolierten Ghettos (rund 400) stellte für die Naziherrschaft bloß eine Übergangslösung dar. In diesen Ghettos herrschten schreckliche Bedingungen: Platzmangel, Hunger, Kälte, Krankheiten. Rund ein Viertel der Ghettobewohner starben aus Unterernährung und wegen des schlechten Gesundheitszustandes – 100.000 waren es in Warschau und 45.000 in Lodz. Die Ghettos waren nur die Vorstufe zu einem durchgeplanten Massenmord, der im Herbst 1941 von der deutschen Nazi-Regierung besiegelt wurde. Bei der sogenannten Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 beschlossen die Deutschen, das abschließende Kapitel des Holocaust werde sich auf besetzten polnischen Gebieten abspielen. Bereits im Dezember 1941 wurde in der Nähe von Lodz, auf einem in das Dritte Reich einverleibten Gebiet, mit der Tötung von Menschen durch LKW-Abgase begonnen. Bis Mitte Mai 1942 fanden hier 55.000 Juden den Tod. Der Schwerpunkt des Holocaust spielte sich im östlichen Teiles sogenannten Generalgouvernements ab, wo drei Todesfabriken organisiert wurden – in Belzec, Sobibor und Treblinka sowie in Auschwitz-Birkenau bei Krakau, auf einem in das Dritte Reich einverleibten Gebiet. In den drei erstgenannten Vernichtungslagern starben rund 1,5 Millionen Juden. In den Gaskammern des KZ Auschwitz-Birkenau fanden rund 960.000 Juden den Tod. Polen wurde zu einem Friedhof für jüdische Gemeinschaften aus ganz Europa. Die heftigsten Kämpfe des sogenannten Aufstandes im Warschauer Ghetto fanden zwischen dem 19. April und dem 15. Mai 1943 statt, wo es den Aufständischen anfangs sogar gelang, die deutschen Einheiten teilweise zum Rückzug zu zwingen. Widerstandsversuche gab es auch in den Ghettos von Bialystok und Sosnowiec. Verzweifelte Versuche wurden auch von den Häftlingen der Vernichtungslager unternommen. Am 28. August 1943 gelang rund 350 Häftlingen (von denen ca. 100 den Krieg überlebten) die Flucht aus Treblinka, nachdem sie zuvor einen Teil der Aufseher getötet hatten. Eine ähnliche Aktion unternahmen die Häftlinge von Sobibor am 14. Oktober 1943. Rund 50 erlebten dann noch die Befreiung von der deutschen Besatzung. Symbolische Bedeutung hatte das verzweifelte Aufbäumen jüdischer Häftlinge, die beim Verbrennen von Leichen beschäftigt waren, in Auschwitz am 7. Oktober 1944. Das Kriegsende erlebten nur rund 300.000 polnische Juden, weniger als zehn Prozent all jener, die vor Kriegsausbruch in Polen gelebt hatten. Die Hälfte überlebte in der UdSSR, der Rest in Arbeitslagern oder verschiedenen Verstecken.