Im Internet haben wir gelesen, man könne die leckeren Süßigkeiten, Krówki genannt, selber machen. Und wie das so ist, wenn`s ums Essen geht, lässt sich ein Domspatz nicht zweimal bitten. Also haben wir unser Glück versucht. Doch es schien dann doch gar nicht so einfach zu sein, wie zunächst vermutet.

 

Zutaten

 Kondensmilch (300 ml), Zucker (¾ Glas), Butter (80 g) und Vanillezucker (1 Löffel) soll man in einen Topf geben.


Zur Geschichte der Süßigkeit

 Diese simple Rezeptur ermöglichte die Produktion der Bonbons sogar in schwierigen Zeiten, mit den fast die ganze Geschichte der Kuhbonbons verbunden ist. Ihr „Vater“ war Feliks Pomorski – das zehnte Kind in der Familie, weswegen es für ihn zu Hause öfters keine Arbeit gab. Auf Einladung seines Onkels fuhr er also nach Schytomyr/Żytomierz, wo er die Zuckerbäckerkunst erlernte. Er war jedoch nicht der Erfinder, der von uns geliebten Süßigkeit. Pomorski lernte Krówki vor Ort kennen. Die Rezeptur selbst kommt aus dem Osten. Als er alles Nötige gelernt hatte, starb sein Onkel und er erbte sein Miethaus, das er verkaufte und dann nach Posen/ Poznań zurückkam. Dort eröffnete Pomorski im Jahr 1921 eine Süßigkeitenfirma, in der man fast 200 Bonbonsorten produzierte. Das Kuhbonbon hatte jedoch immer einen festen Platz im Angebot von Pomorski. Von Anfang an befand sich auf der Verpackung der Leckerei eine Kuh, weil die Hauptzutat Milch ist. Bereits nach kurzer Zeit fing man an, die Bonbons Krówki, also Kühe zu nennen, was bis heute unverändert blieb. Die Firma entwickelte sich immer schneller und beschäftigte ungefähr 40 Menschen. Mit dem Anfang des Zweiten Weltkrieges, kamen jedoch Nazis nach Posen/ Poznań, die der Pomorski-Familie befohlen haben, die Fabrik zu verlassen. Einige Zeit suchten sie einen Platz, wo sie weiterleben konnten und schließlich zogen sie nach Milanówek bei Warszawa/ Warschau um. Hier produzierte Pomorski seine Kuhbonbons weiter. Weil es jedoch an anderen Zutaten fehlte, war dies die einzige Süßigkeit, die er herstellte. Denn Milch und Zucker konnte man fast immer besorgen. Seine Krówki waren ein wahrer Verkaufshit. Im Jahr 1963 starb Feliks Pomorski, das Familienunternehmen übernahm dann sein Sohn Leszek, der auch die Zuckerbäckerkunst erlernte.

 

Rezept

 1.  Zunächst Butter und Zucker in einen höheren Topf geben und die Herdplatte auf höchste Stufe stellen. Butter und Zucker schmelzen lasse, dabei immer mal mit einer Holzkelle umrühren.

 

 2.  Wenn die Butter Blasen bildet und der Zucker nicht mehr zu sehen ist, den Topf kurz von der Platte ziehen und unter Rühren die Kondensmilch zugießen.

 

3.  Den  Topf wieder draufstellen  und alles (jetzt mit einem Schneebesen) kräftig durchrühren und 1 x kurz aufkochen lassen. Das erkennt man daran, dass in der Masse ganz viele Blasen entstehen. Dann muss die Hitze der Herdplatte sofort auf die niedrigste Stufe herunter geschaltet und gerührt werden, bis sich alles beruhigt hat. Notfalls noch einmal den Topf kurz von der Platte ziehen und erst dann wieder zurück stellen, wenn sich die Herdplatte herunter gekühlt hat.

 

Das Desaster begann damit, dass das Ganze nach kurzer Zeit überkochte, weil wir während des Aufkochens ein gutes Foto schießen wollten. Nachdem wir dann die Sauerei beseitigt hatten, begann der Einkochvorgang.

 

 4.  Jetzt muss die Masse bei ganz schwacher Hitze ganz langsam einkochen, das heißt, sie darf nur noch ganz wenig „blubbern“ und muss zwischendurch immer wieder einmal gut umgerührt werden. Man sie jetzt aber immer für ein paar Minuten in Ruhe lassen. Allerdings muss man immer etwas in Nähe des Herdes sein und ein Auge drauf werfen, es darf nicht anbrennen. Das Einkochen kann eventuell schon 20 Min. dauern. Die Masse muss zähflüssig, aber auch cremig sein und eben die Farbe von Sahnebonbons haben.

 

5.  Dann den Topf vom Herd nehmen und die Masse abkühlen lassen. Wenn sie fest geworden ist, stellt man den Topf wieder auf die Herdplatte und erhitzt die Masse unter Rühren kurz noch einmal, aber nur so, dass sie wieder weich wird aber nicht kocht. Sie ist dann schon recht zäh. Danach wieder komplett im Topf abkühlen lassen.

 

 Laut Rezept sollte der „Brei“ jetzt zäh sein, in unserem Fall blieb er jedoch äußerst flüssig. Daher entschieden wir uns dazu, es über Nacht in den Kühlschrank zu stellen. Doch auch das half nichts. Als wir es am nächsten Tag wieder herausholten, stellten wir fest, dass es nach wie vor noch genau so flüssig war. Enttäuscht blieb uns nur noch das Wegschmeißen übrig.

 Trotz unseres Misserfolgs möchten wir Euch dennoch einen Überblick über das gesamte Rezept verschaffen. Vielleicht gelingt es Euch ja besser!

 

 6.  Die erkaltete Masse aus dem Topf kratzen. Sie hat jetzt eine etwas bröselige Konsistenz, die man aber nun durch leichtes Kneten in eine elastische, formbare Masse verändert.

 

 7.  Die „knete-ähnliche“ Masse zwischen zwei Backpapier-Seiten auf ein Alu-Folie belegtes Brett legen und so flach zu einem großen Quadrat ausrollen, wie man die Bonbons haben möchte.

 

 8.  Dann das obere Papier entfernen und mit einem scharfen Messer die Platte in bonbongroße Quadrate ein- aber noch nicht ganz durchschneiden. Erst mit dem überstehenden Papier die Platte einwickeln und darum die Alu-Folie schlagen.

 

 9.  Die eingewickelte, noch recht biegsame Platte auf dem Brett belassen, noch einmal mit der flachen Hand leicht glätten und so für einige Stunden in den Kühlschrank geben. Bei der o.a. Mengenangabe empfiehlt es sich, 2 Platten herzustellen.

 

10.  Wenn die Platten fest geworden sind, d.h., sie sich beim Anheben nicht mehr verbiegen, löst man sie aus der Verpackung und durchtrennt die vorgegebenen Schnittlinien.

 Die Bonbons sind „nasch-bereit“…………und kommen dem Original sehr nahe.

Das Rezept stammt von kochbar.de und die Infos über die Süßigkeit von polenjournal.de