Frühgeschichte 

Die polnische Geschichte beginnt im Mittelalter, mit dem Zusammenschluss von mehreren Fürstentümern unter anderem auch den Polanen, die namensgebend für das spätere Königreich wurden. 

Die erste urkundliche Erwähnung über den polnischen herzog Mieszko, findet man in einer um 960 verfassten Chronik, in der dieser als ,,fähiger Herrscher“ bezeichnet wird. Durch seine Taufe und der kriegerischen Expansion nach Westen sicherte er sich den Königsthron über die vereinigten Stämme und die Anerkennung durch die welt- und geistliche Obrigkeit. 

Nach seinem Tod gelang es seinen Nachfolgern das Einflussgebiet Polens bis zur Elbe und der Ostsee auszuweiten. Nach dem Tod von Mieszkos Nachfolger Bolesław begann das Reich allmählich zu zerfallen. 

Wegen dieser Strukturlosigkeit wurde Polen von rivalisierenden slawischen Stämmen und Fürsten zum Großteil verwüstet. 

Mit Hilfe des neuen Kaisers Heinrich III. gelang es dem polnischem Herzog Kasimir Polen unter seiner Führung wieder zu vereinigen, wobei Krakau die neue Hauptstadt wurde. Doch auch dies konnte den andauernden politischen verfall nicht stoppen und Polen zerfiel in viele kleine Herzogtümer. 

In der Folgezeit wurden große Teile der ehemals polnischen Gebiete mit Auswanderern aus dem Heiligen römischen Reich deutscher Nation besiedelt. 

Erst zu Beginn des 14. nachchristlichen Jahrhunderts wurde dieser deutsche Einfluss langsam zurückgedrängt, jedenfalls bis durch die Invasion der Mongolen die Polnischen Länder verwüstet wurden. 

Um 1300 wurde Polen unter Władysław I. Ellenlang wieder geeinigt und durch die Eroberung von Teilen des alten Polens, die in den Wirren der Zeit verlorengegangen waren, vergrößert. 

Das neue aufstrebende Reich ging an seinen Erben Kasimir über der wegen der friedlichen Sicherung des Territoriums und der Reformen in der Wirtschaft und im Militär den Beinamen der große erhielt. 

Reformation 

Um 1540 wurde Polen unter dem Einfluss Calvin und Luthers reformiert, was durch die uneingeschränkte Religionsfreiheit; die 1573 eingeführt worden war, gefestigt wurde. Der Reformationsprozess dauerte bis ins 17. Jahrhundert an; danach wurden sie durch die sogenannte Rekatholisierung langsam zurückgedrängt. 

Das goldene Zeitalter 

Während der Renaissance und dem Humanismus erreichten Kunst Kultur und Wissenschaft einen neuen Höhepunkt. Diese Ära, in der unter anderem die polnische Staatstheorie begründet wurde und Nicolaus Copernicus das Heliozentrische Weltbild erschuf, wurde später als ,,goldenes Zeitalter“ bekannt. 

Die Schwedenkriege 

Nach mehreren Kriegen gegen Russland und Schweden, die Polen gewann, wurde das Land 1655 von Schweden überfallen und besiegt. Die schwedische Herrschaft hielt jedoch nicht lange an, da den Schweden das Geld ausging das für die Bezahlung des Heeres nötig war. 

Durch ein Bündnis der Länder Niederlande, Dänemark und der Habsburger mit Polen, das dafür gedacht war den Status Quo in Europa zu erhalten, wurden die Schweden schließlich zurückgedrängt und besiegt. 

Napoleon und der Weg zur Fremdherrschaft 

Durch die Napoleonischen Kriege, bei denen Polen an der Seite Frankreichs kämpfte, gewannen die Polen einige alte Gebiete von Österreich zurück. Nach der Niederlage Polens und Frankreichs bei der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 verlor das Land jedoch seine Souveränität und wurde zwischen den Siegermächten, Russland Österreich und Preußen aufgeteilt. 

Polnische Nationalbewegung 

Nach mehreren erfolglosen Aufständen im russischem Gebiet wurden in den drei Teilungsgebieten neue Überlegungen zur kulturellen und wirtschaftlichen Eigenständigkeit angestellt und sogenannte „Fliegende Universitäten“ gegründet, in denen die neusten kulturellen wissenschaftlichen, philosophischen und sozialen Probleme diskutiert wurden und die viel zur nationalen Identität und dem Zusammengehörigkeitsgefühl der Polen beitrugen. 

Stand vor dem ersten Weltkrieg –preußischer, beziehungsweise deutscher Sektor 

Nach Gründung des deutschen Reiches versuchte Ministerpräsident Otto von Bismarck den polnischen Abschnitt in das Reich zu integrieren und zu durch Zuwanderung von Deutschen zu germanisieren, was jedoch daran scheiterte, dass Polen nur geringfügig industrialisiert war, und daher keine Verdienstmöglichkeit für die Zuwanderer bestand. Tatsächlich war statt der Germanisierung Polens eher eine Polanisierung Deutschlands der Fall, da viele Polen in die Ballungszentren im Ruhrgebiet zogen. 

Stand vor dem ersten Weltkrieg – österreichisch-ungarischer Teil 

Im österreichisch-ungarischem Teil wurde durch Kaiser Franz Joseph eine ,,de facto“ Autonomie gewährt und gebilligt. 

Stand vor dem ersten Weltkrieg russisches Gebiet 

Im russischen Sektor Polens kam es zu Terroranschlägen und Kämpfen zwischen sozialistischen Bewegungen und der sogenannten nationalen Liga. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden zahlreiche Streiks und Demonstrationen gegen die russische Regierung statt. Die polnische Bevölkerung und Russland waren auf Kollisionskurs.