Die Hohe Tatra (Tatry) ist das kleinste Hochgebirge der Welt. Mit dem 2499 Meter hohen Rysy erhebt sich hier der höchste Berg Polens. Wanderer finden in dem Tatra Nationalpark wunderschöne Pfade zu Gipfeln, klaren Bergseen und herrlichen Wasserfällen. Im Bereich des Nationalparks gibt es rund 225 Kilometer ausgewiesene, gut markierte Wanderwege. Am bekanntesten ist die Strecke von Zakopane bis zum berühmten Bergsee Morskie. Wer es bequem haben möchte, lässt sich per Pferdeschlitten fahren. 

Im Winter ist die Hohe Tatra ein begehrter Reiseort. Hier fanden schon zahlreiche internationale Wettkämpfe statt, darunter Weltmeisterschaften im Skispringen und Biathlon sowie Weltcup-Rennen im Slalom. Dort gibt es für Skifahrer unterschiedliche Pisten  – von flachen und einfachen Skipisten für Anfänger bis zu steilen und schwierigen Abfahrtsstrecken. Die Pisten sind mit zahlreichen Liften ausgestattet, haben auch Schneekanonen und teilweise Nachtbetrieb.

Ganz im Süden an der Grenze zur Slowakei liegt der Tatra-Nationalpark, auf der slowakischen Seite wurde der nationalpark 1949 gegründet, auf der polnischen Seite im Jahr 1954. Beide Teile, die sich auf einer Gesamtfläche von 113.000 ha erstrecken, wurden von der UNESCO zum internationalen Biosphärenreservat und zu einem Gebiet mit weltweiter Bedeutung erklärt.

Im Park findet man die jüngsten, höchsten und in Polen einzigartigen Berge, deren Form sich durch die Vereisung im Pleistozän ausgebildet hat. Hier findet man schroffe Gipfel, Kanten und Talkessel, in denen sich Seen gebildet haben. Im Gegensatz zur Hohen Tatra findet man in der Westtatra malerische Täler und Restberge. Rund 650 Höhlen sind in der Tatra bekannt, sechs davon kann man besichtigen. Das längste und tiefste Höhlensystem ist  814 m tief.  Es ist die einzige Tatrahöhle, deren Ein- und Ausgang sich in zwei verschiedenen Tälern befinden.

Zahlreiche Bäche und ca. 30 Seen, die „Teiche“ genannt werden, tragen zu der malerischen Landschaft in Nationalpark bei. Die gemeinsame Eigenschaft aller Tatrateiche ist das  klare Wasser und ein armes biologisches Leben im Wasser. Die Bäche der Tatra entspringen oft aus Vauclusequellen und enden oft in Wasserfällen. der größte Wasserfall ist der Wielka Siklawa (Großer Wasserfall) mit 70m.

In der Tatra kann man die typische Stufenstruktur der Pflanzenwelt beaobachten, die bis 1250 m Höhe aus einem unteren Hochwald und darüber bis 1550 m aus dem oberen Höhenwald, einem Fischtenwald, besteht. Es folgen Zwergkiefern und Graspflanzen, an die ab 1800 m die alpine Stufe anschließt und schließlich die Bergspitzen. 85 der über 1000 Pflanzenarten stehen unter Artenschutz, viele der Pflanzen sind selten oder einmalig.

Die Bewohner der Tatra, die Gorale, haben eigene Traditionen und Eigenheiten mit einem eigenen Dialekt, Bräuchen, Trachten und Geschichten entwickelt. Diese Kultur gehört auch zum Tatra-Nationalpark. In zahlreichen kleinen Kirchen, Kapellen und Berghütten können auch Besucher diese einzigartige Kultur und die besondere Architektur der Tatra erleben.

Der Tatra-Nationalpark stösst bei Touristen auf sehr großes Interesse. Um den Besucheranstorm zu lenken und den Nationalpark zu schützen musste eine Zutrittsgebühr eingeführt werden.